Etwas, das ich mal loswerden wollte. #stoppegida

By 17.12.14

Es geht hier mal nicht um mein behütetes und glückliches Leben. Nein, mal etwas Politisches. Einfach weil ich es ein Mal aussprechen muss. Worum es genau geht, kann man sich bei der aktuellen Situation in Deutschland und Sachsen sicher denken. Genau. Pegida. Für mich jetzt schon Unwort des Jahrzehnts. 

Zu mir: Meine Familie ist Links, ich bin quasi mit Punkmusik aufgewachsen. Das zählt jetzt aber nur am Rande, das was zählt: ich wurde zu einem toleranten Menschen erzogen. Ich bin 20 Jahre alt, komme aus Sachsen und bin Atheistin. Ich studiere Lehramt in Deutsch und Geschichte.

Ich habe in meiner Schulzeit bei mehreren Mitschülern den Wandel von Mitläuferpunk zum Mitläufernazi und Skinhead gesehen. Jedes Gespräch wird abgeblockt. Man nimmt einen ja eh nicht ernst und stempelt die Person direkt ab. Und Hitler und diese 6 Millionen Juden da hat es doch auch nie gegeben. Das hat die grün/rot manipulierte Presse nur in unsere Hirne gepflanzt.

Ich finde den gerade stattfindenden Prozess in Deutschland erschreckend. Genau. Erschreckend.  

Hier erst einmal das ganze "drum herum": 
PEGIDA ist die Abkürzung für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes".  
Diese Bewegung von "Patriotischen Europäern" setzt sich also gegen die Islamisierung des Abendlandes ein. Was genau bedeutet das denn jetzt?
→"Islamisierung  bezeichnet die Einführung des Islams als vorherrschende Religion in zuvor mehrheitlich nicht islamisch geprägten Regionen oder Ländern. Historisch fand sie vor allem durch die islamische Expansion im Mittleren und Nahen Osten sowie auf der iberischen Halbinsel vom 7. bis 10. Jahrhundert statt." (Quelle: Wikipedia)
"Als Abendland (auch: Christliches Abendland) wird ursprünglich der westliche Teil Europas bezeichnet, besonders DeutschlandEnglandFrankreichItalien und die Iberische HalbinselHeute wird der Begriff teils übereinstimmend mit dem Begriff der westlichen Welt verwendet"(Quelle: Wikipedia) (Was genau ist denn nun die westliche Welt? Gehört da nicht Amerika dazu?)

Die Pegida will sich kulturell also vom Islam abgrenzen. Doch woher stammt die plötzliche Angst vor den Moslems? Das aktuellpolitische Geschehen rund um die ISIS (einer Terrororganisation, die in letzter Zeit vermehrt Schlagzeilen machte) hat sicher etwas dazu beigetragen. Wer will schon exekutiert werden? Doch die Angst vorm Terrorismus kann doch niemandem dazu bewegen, gegen Asylanten und Religionen vorgehen zu wollen? Braucht es denn nicht einmal ein Jahrhundert, damit sich breite Massen wieder "einlullen" lassen von dem Gerede Einzelner?

Der Islam ist eine auf dem Christentum heraus entstandene Religion. Auch wenn "unsere" christliche Kultur von dieser teilweise abweicht, so sind Moslems doch im Endeffekt "nur" Menschen. Die Religion führt Regeln, Sitten und Normen mit sich, wie bei jeder anderen Religion auch, Menschen exekutieren gehört definitiv nicht dazu, keine Sorge.

Betrachten wir doch kurz die Geschichte: Wer war es im Mittelalter, der Kreuzzüge durchführte, ganze Völker abschlachtete und die "Heiden" und "Geistlosen" vertrieb? Welche Religion war es, die den Ureinwohnern Amerikas die "Wahl" lies: Christentum, Tod oder Leben als Sklave(was in den meisten Fällen den Tod mit einschloss)? Dazu noch ein interessanter Fakt: Man erkannte die Indianer zunächst nicht als Menschen an, da diese "Wesen" nicht in Gottes Wort, dem Alten Testament, vorkamen. Wenn man ihnen das Menschsein gewährte, war dann Gottes Wort falsch bzw. unvollständig? (um das Rätsel etwas zu vereinfachen: ich rede vom Christentum.)

In welchem Zusammenhang steht für die PEGIDA- Demonstranten denn überhaupt die Religion? Welche Kultur hat an denn zu verlieren, wenn nichts Richtig ist außer dem eigenen Wort, dem eigenen (Halb-) Wissen, den eigenen Sichtweisen? Liebe Demonstranten: Bitte informiert euch. Gegen Un- und Halbwissen gibt es Mittel. Geht auch schmerzfrei und ganz kostenlos einfach so im Internet.

Wo habt ihr die Islamisierung bemerkt? Wann ist jemand mit Waffen auf euch zugekommen und zwang euch zu einer anderen Religion? (Und das haben die Christen nur allzu gern getan.) Seid ihr denn überhaupt religiös? Wann wurdet ihr eurer Kultur beraubt? Soweit ich mich umsehe, scheint überall Weihnachten gefeiert zu werden (übrigens wird da die (angebliche) Geburt Christi gefeiert und gebetet und kein Kommerzfest begangen, bei dem man Tausende von Euros verballert, weil je teurer, desto besser.)

Die Initiative der PEGIDA geht auf einen gewissen Lutz Bachmann zurück, der eine kriminelle Vergangenheit hat und, um einer Haftstrafe zu entgehen, nach Südafrika .. nunja.. floh. Wenn "wir" Deutschen also mal fliehen müssen, dann ist das okay, wenn andere Menschen aber ihr Leben fürchten müssen und keine andere Wahl haben, als ihre Heimat zu verlassen, dann ist das verwerflich? Was macht denn die Deutschen bzw die westliche Welt zu etwas Besserem? Eine weiße Weste kann es ja kaum sein. Und glaubt mir, ein Großteil der Asylanten würde wirklich gern in ihrer Heimat bleiben. Man kann sich sicher bessere Dinge vorstellen, als Alles aufgeben zu müssen und in ein Land zu kommen, in dem man so gar nicht Willkommen ist. Aber diese Menschen haben keine andere Wahl! 

In ihrem Positionspapier mit 19 Punkten fordert die PEDIGA unter anderem die schnellere Integration von Asylanten. Da gehe ich mit. Doch, Moment. Wenn Asylanten integriert werden, tragen sie dann nicht ihre Kultur in unseres gelobtes Land? Hoppala. 
Es scheint auch, als hätten der Großteil der PEGIDA Demonstranten dieses Positionspapier nie gelesen, dazu muss man sich nur die fremdenfeindlichen und menschenverachtenden Kommentare unter ihren Facebookbeiträgen durchlesen. 
Die Asylanten sollen dezentral aufgenommen werden, also keinen Kontakt zu der westlichen Welt haben, bis sie integriert sind. (Ziemlich kontraproduktiv meiner Meinung nach) Und das wegen den "teilweise menschenunwürdigen Heimen": wenn man diese anzündet, werden sie menschenunwürdig, ganz richtig. Dann fackelt sie nicht mehr ab.
Abgerundet wird das Positionspapier durch Forderungen wie "sexuelle Selbstbestimmung", gegen "frauenfeindliche, gewaltbetonte politische Ideologie", "Genderisierung", "Radikalismus" und "Hassprediger". Damit sich auch wirklich jeder Bürger auf den ersten Blick irgendwo identifizieren kann.
Ich bin für eine faire Asylpolitik, für (sexuelle) Selbstbestimmung und gegen Gewalt. Das macht mich aber noch lange nicht zu einem PEGIDA Sympathisanten, im Gegenteil. Seht hinter die Fassade des Gutbürgertums, dass die PEGIDA zeigt und seht euch die wirklichen Forderungen der Demonstranten an. Ich zitiere nur gern von facebook: "hoffentlich hat die feuerwehr das nächste mal was besseres zu tun und dieses heim brennt komplett ab" oder "ich fordere schußwaffengebrauch für unsere polizei."(gegen "Zeckenpack"- also Gegendemonstanten).

Lebt euer Leben, lebt eure Religion& Kultur und lasst euren Frust nicht an Anderen aus. Danke.

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